Ein Beitrag aus der Veterinärmedizin: Warum ver.di – Offene Liste auch für den Gesamtpersonalrat?

Ich bin seit 9 Jahren an der FU tätig, genau genommen im Vetmed-Bereich, Kleintierklinik. Seit neun Jahren hat man den Eindruck, dass es nur noch abwärtsgeht.  Und zwar so, dass meine Kollegen vor kurzem einen Brandbrief geschrieben haben. Dass wegen des großen Personaldefizits der Klinikbetrieb nicht mehr lange zu stemmen ist.

Aber:

Es geht immer weiter so und zu Lasten aller Beschäftigten. Ein paar Kollegen werden seit Mai 2020 nicht mehr vom jetzigen Personalrat Dahlem vertreten, genau von diesem Personalrat, dessen Mitglieder sich jetzt in „Eure Liste“ für den Gesamtpersonalrat aufgestellt haben, um ihre Ziele, die arbeitgeberfreundlicher sind, durchzusetzen. Das mussten wir leider selbst erfahren.

Warum der PRD die Vertretung einiger abgelehnt hat, wissen die Kollegen bis heute nicht. Einen richtigen Grund gab es nicht. Es wurde nachgefragt, ob die Dienstpläne wirklich rechtlich konform sind. Ja wir zweifeln bis heute daran. Auch wenn die Pandemie eine besondere Herausforderung ist.

Und jetzt sollen diese Leute der zukünftige Gesamtpersonalrat werden? Ist „Eure Liste“ wirklich eine Arbeitnehmervertretung oder eher doch ein Konglomerat aus „undurchsichtigen“ Verbindungen zu den Gremien der FU?

Da einige sich im Stich gelassen fühlten, hatte ich mich entschlossen zu kandidieren.

In der ersten Corona-Zeit hatten viele das Gefühl, dass das Arbeitsrecht 70 Jahre zurückgeworfen wurde.

Es bedarf mehr Transparenz, mehr Mitbestimmungsrecht nicht nur über die Köpfe hinweg, gemeinsam mit den Mitarbeitern. Mehr Personal da, wo es notwendig ist, entsprechende Dienstvereinbarungen, rechtlich konforme Dienstpläne, und mobiles Arbeiten.

Im Moment können zum Teil die Dienstpläne nur aufrechterhalten werden, weil die Kollegen (sei es wissenschaftliche Mitarbeiter, sonstige Mitarbeiter und auch studentische Aushilfskräfte) Mehrstunden über der Maß leisten

Aufgrund dieser Situation fallen nach und nach Kollegen aus und studentische Hilfskräfte können nur noch marginal angeleitet werden, was sich dann auch in ihrer Arbeit äußert.

Die hohe Fluktuation (vor allem bei dem wissenschaftlichen Personal und den studentischen Hilfskräften) muss verringert werden. Die Fluktuation ist sehr arbeitsintensiv und ein wirtschaftliches Defizit. Nicht nur aus der finanziellen Sicht, sondern auch vom Wissensstandpunkt her.

Silke Zablewski-Schmidt

Wählt die ver.di-Listen!